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VERMITTLUNG FREIWILLIG ENGAGIERTER

Wer sich engagieren will, hat ein Anliegen. Und jedes Anliegen ist anders. Deshalb bieten wir unterschiedliche Formen bürgerschaftlichen Engagements an, die in den folgenden Kapiteln beschrieben werden: Ehrenamt, Freiwilligendienste und Unternehmensengagement.

Lust auf Ehrenamt?

 

EHRENAMT

 

Projektbeschreibung  Beratung zu Fragen rund um ehrenamtliches Engagement und Vermittlung von Engagement-Interessierten in ausgewählten Einsatzstellen ist eine der Herzensangelegenheiten der Kölner Freiwilligen Agentur. Der Zeitaufwand für ein Ehrenamt ist frei wählbar, einige Engagements umfassen eine Stunde im Monat, andere ein Vielfaches. Engagement-Interessierte Bürgerinnen und Bürger nehmen Kontakt zu uns auf und werden per Telefon, E-Mail, über unsere Homepage und in unseren Beratungsstunden über Engagement-Möglichkeiten informiert und beraten. Wir versuchen in jedem Fall, die Wünsche von Engagement-Suchenden und Einrichtungen optimal zu kombinieren. Eine passgenaue Vermittlung zwischen Freiwilligen und Einrichtung ist eine wichtige Zielsetzung für unsere Arbeit.

 

Aktuelles Unser Angebot bei der Vermittlung Ehrenamtlicher haben wir erweitert – und das bei weiterhin hoher Qualität. Die persönlichen Beratungen haben wir kontinuierlich ausgebaut. Erstmalig haben wir offene Beratungen an jedem ersten Donnerstag im Monat angeboten. Vor allem im Sommer und Herbst wurden diese sehr gut angenommen. Unsere ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater werden regelmäßig begleitet und weiter geschult. Die meisten sind seit vielen Jahren bei uns tätig. Das zeigt uns, dass sie mit ihrem eigenen Engagement sehr zufrieden sind. Der Trend, auf unserer Homepage nach einem Ehrenamt zu suchen, setzte sich fort. Im Jahr 2015 ist die Anzahl der Personen, die über unsere Homepage ein Engagement suchten, von 701 (im Jahr 2014) auf 1.055 gestiegen. Dies zeigt eine sehr hohe Engagementbereitschaft der Kölner Bürgerinnen und Bürger, insbesondere in der Flüchtlingshilfe. Wir wurden teilweise von den Anfragen überrollt. Um der Nachfrage gerecht zu werden, haben wir zusätzliche Sammelberatungen speziell zu einem Engagement im Flüchtlingsbereich durchgeführt. Unsere regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit mit Informationsständen in den Bürgerämtern, bei den Museumstagen und am Ehrenamtstag hat dazu beigetragen, unser Angebot bekannt zu machen und weitere Personen für ein Ehrenamt zu begeistern. Wir haben uns darüber hinaus als kompetenter Berater für bürgerschaftliches Engagement bei gemeinnützigen Einrichtungen etabliert. Insgesamt haben wir im Jahr 2015 in 73 Einrichtungen vermittelt. 30 Einrichtungen sind im vergangenen Jahr neu dazugekommen. Im kommenden Jahr sollen noch gezielter Einrichtungen angesprochen werden, die sich im Flüchtlingsbereich engagieren, um unser Angebot in diesem Bereich auszuweiten.

 

Wirkungsweise Zu uns kommen Menschen aller Altersgruppen, unterschiedlicher Bildungsgrade, Erwerbsformen und Migrationserfahrungen, auch solche, die sich vorher noch nicht engagiert haben. Interessierte zeigen sich zufrieden mit unserem umfangreichen Beratungsangebot und nehmen ehrenamtliches Engagement als Möglichkeit für sich wahr. Sie werden aktiv und nehmen ein Engagement auf, welches gut zu ihren Wünschen und Bedürfnissen passt. Durch ihr Engagement erlangen die Engagierten neue Kompetenzen, erweitern ihr soziales Netz, öffnen sich für neue Perspektiven und fühlen sich durch die Erkenntnis, etwas Sinnvolles zu tun, bereichert. Viele Engagierte bleiben ihrem Ehrenamt lange Zeit treu. Durch die Begegnung mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und Neuem verändern Engagierte ihre Einstellung, fühlen sich mehr als Teil ihrer Gesellschaft und übernehmen Verantwortung.

 

Fakten

Laufzeit: seit 1998

Hauptamtliche Mitarbeit: Svenja Rickert, Anke Werner (ab September), (18 Stunden, ab September 13,5 Stunden)

Ehrenamtliche Mitarbeit: 14 Personen

Kosten: 23.100 Euro

Netzwerke & Dachverbände: Kölner Arbeitskreis Bürgerschaftliches ­Engagement (KABE), Kölner Netzwerk Bürgerengagement, Aktion Mensch

Förderer: Stadt Köln, Dr. Franz Stüsser-Stiftung

Anfragen: 2.740 Personen

Beratungen: 408 ausführliche Beratungen; 1.055 Kurzberatungen (E-Mail, Internet, Telefon)

Vermittlung: 141 Personen

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 Engagement von Menschen jedes Alters

 

KÖLNER FREIWILLIGENDIENST

 

Projektbeschreibung Der Kölner Freiwilligendienst ist ein Engagement für Menschen, die für eine begrenzte Dauer viel Zeit investieren möchten. Wer sich zwischen 15 und 40 Stunden in der Woche engagieren will, ist hier richtig. Die Freiwilligen stellen ihr Fachwissen, ihre Arbeitskraft und ihre Begeisterung einer gemeinnützigen Kölner Einrichtung zur Verfügung. Sie nehmen begleitend zu ihrem Engagement in den Vereinen an Seminaren der Kölner Freiwilligen Agentur teil. Unter dem Dachnamen „Kölner Freiwilligendienst“ bieten wir zwei Programme an, den „Freiwilligendienst aller Generationen“ und den „Bundesfreiwilligendienst“.

 

Aktuelles Im Jahr 2015 leisteten 31 Freiwillige einen Kölner Freiwilligendienst, darunter waren 19, die wir neu vermittelten. Insgesamt engagierten sich die Kölner Freiwilligen im Umfang von 24.600 Stunden (gegenüber 22.600 Stunden im Vorjahr). Die jüngste Freiwillige war 18 Jahre alt, der Älteste 71. Unter den neu Vermittelten waren zwei Drittel Frauen. Sie waren in 17 Kölner Einrichtungen tätig. Als neue Einsatzstellen begrüßten wir ein Theater (Comedia Theater) und zwei Kindergärten (die Stadtwaldkinder des pme Familienservice und den Kindergarten Flohkiste). An unserer Veranstaltung am 8. Juni „Nie zu alt – Kölner Freiwilligendienst ab 55 Jahren“ nahmen circa 50 Interessierte teil. Sie machten sich anhand von Erfahrungsberichten ehemaliger Freiwilliger ein Bild von verschiedenen Einsatzmöglichkeiten und einige entschieden sich, einen Freiwilligendienst zu leisten. Alle Freiwilligen und ihre Einsatzstellen wurden während der Dienstzeit mindestens einmal besucht. Die Kölner Freiwilligen Agentur lud die Freiwilligen über das Jahr verteilt zu 16 Seminartagen ein.

 

Wirkungsweise Die Wirkungsweise des Kölner Freiwilligendienstes ist ähnlich wie im Ehrenamt. Zusätzliche Wirkungen ergeben sich aus der zeitintensiven Tätigkeit und der pädagogischen Begleitung, die wir während des Dienstes allen Freiwilligen anbieten. Denn Freiwilligendienste sind Lernorte, und die Freiwilligen nutzen unsere Seminarangebote intensiv zur Reflexion. Freiwillige erweitern ihre personalen, sozialen und methodischen Kompetenzen. Sie orientieren sich beruflich und sind so in der Lage, eine fundierte Berufswahl zu treffen. Mit Belastungen können Freiwillige besser umgehen und damit ihre psychische und physische Gesundheit erhalten. Freiwillige lernen, wie sie ihre Interessen und Anliegen durch freiwilliges Engagement verwirklichen und ihr Umfeld mitgestalten können. Und sie können soziale Netzwerke bilden und ihre Anliegen gemeinsam mit anderen umsetzen. Das Engagement der Freiwilligen verbessert die Arbeit der Einsatzstelle für ihre Zielgruppe: Freiwillige setzen viel Zeit ein und stellen ihre Erfahrung und ihr Wissen den gemeinnützigen Einrichtungen verlässlich zur Verfügung. Der Eigensinn des Engagements öffnet Freiwilligen Spielräume, die berufliche Mitarbeiter/-innen oft nicht haben. So bieten die Freiwilligen zum Beispiel den Betreuten eine sehr individuelle und oft unkonventionelle Unterstützung, die neue Akzente setzt.

 

Fakten
Laufzeit: seit 2005
Hauptamtliche Mitarbeit: Ulla Eberhard, Susanne Freisberg, Kerstin Kau (34 Stunden)
Ehrenamtliche Mitarbeit: Ulrike Klockenberg (20 Stunden) / Louisa Rexhausen (40 Stunden), 4 Ehrenamtliche
Kosten: 78.300 Euro
Netzwerke & Dachverbände: Netzwerk Engagement 10+, AG Freiwilligendienste des Bundesnetzwerks Bürgerengagement
Förderer: Stadt Köln, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Anfragen: 212 Personen
Beratungen: 70 Personen
Vermittlung: 19 Personen 

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Raus aus Köln, rein in die Welt

 

INTERNATIONALER FREIWILLIGENDIENST

 

Projektbeschreibung Beim Internationalen Freiwilligendienst leben junge Kölnerinnen und Kölner zwischen 17 und 26 Jahren ein halbes oder ganzes Jahr lang in einer Partnerstadt Kölns und engagieren sich in einem sozialen, kulturellen oder ökologischen Projekt. Umgekehrt kommen junge Menschen aus den Partnerstädten nach Köln und helfen dort, wo sie gebraucht werden. Der Internationale Freiwilligendienst baut Brücken – zwischen Menschen, Städten und Kulturen. Die Freiwilligen bereiten sich in mehreren Seminaren auf ihren Freiwilligendienst vor, während des Freiwilligendienstes treffen sie sich zum Erfahrungsaustausch und zum Abschluss reflektieren sie ihre Erfahrungen in einem Rückkehrseminar.

 

Aktuelles Im Jahr 2015 vermittelten wir 25 internationale Freiwillige (neun weniger als im Vorjahr). Insgesamt engagierten sich die internationalen Freiwilligen im Umfang von 39.600 Stunden (gegenüber 45.500 Stunden im Vorjahr). 20 junge Leute aus Köln begannen einen Freiwilligendienst in unseren Partnerstädten Barcelona (Spanien), Beijing (China), Cluj Napoca (Rumänien), Cork (Irland), Liverpool (England) und Tel Aviv (Israel). Einsatzstellen, die zum ersten Mal dabei waren: ein Reiterhof in einem Nationalpark in der Nähe von Tel Aviv und das Wolfson Medical Center, ein Krankenhaus, ebenfalls in der Nähe von Tel Aviv. Weitere Einsatzstellen der Freiwilligen waren Sprachlernzentren des Goethe-Instituts, eine Schule, die Sozialberatung einer Universität, zwei weitere Krankenhäuser, mehrere Wohnheime für Menschen mit Behinderung und ein Bauernhof. Im Gegenzug kamen fünf Freiwillige aus der Ukraine, Mazedonien, der Türkei und aus Israel nach Köln. Sie engagierten sich in einem Jugendzentrum, einem Kinderheim, einem Kindergarten und in zwei Beratungsstellen. Die internationalen Freiwilligen wurden am 26. August im Kölner Rathaus von Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes für ihr freiwilliges Engagement geehrt. Am 13. November organisierte die Kölner Freiwilligen Agentur eine öffentliche Info-Veranstaltung, bei der Freiwillige von ihren Erfahrungen berichteten. 50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Israel waren der Anlass für eine große Veranstaltung am 22. Juni im Kölner Rathaus, die von einem interessant zusammengesetzten Kreis von Organisationen vorbereitet worden war. Mit dabei waren die Stadt Köln, der Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Tel Aviv/Yafo, der Deutsche Verein vom Heiligen Lande, die Katholische Hochschule NRW und die Kölner Freiwilligen Agentur. Circa 130 Interessierte diskutierten über die Wirkung, die Schulpartnerschaften und Freiwilligenaustausch zwischen Köln und Tel Aviv langfristig erzielen. Die Wirkung von internationalen Freiwilligendiensten war auch Thema einer internationalen Konferenz in Washington/USA, wo die Erfahrung der Kölner Freiwilligen Agentur vorgestellt wurde. Über die Veränderung, die Freiwilligendienste im Leben der Freiwilligen nach sich ziehen, wollen wir noch mehr erfahren. Deshalb haben wir einen Fragebogen entwickelt, mit dem der Lernzuwachs der Freiwilligen ermittelt und belegt werden soll. Den ersten Teil der Befragung starteten wir vor Beginn der Ausreise der internationalen Freiwilligen im Sommer 2015. Wir sind gespannt auf die Veränderungen, die nach der Rückkehr der Freiwilligen im Sommer 2016 sichtbar werden.

 

Wirkungsweise Der internationale Freiwilligendienst wirkt ähnlich wie der lokale Freiwilligendienst, geht aber darüber hinaus: Im Internationalen Freiwilligendienst eignen sich die Teilnehmer/-innen neue Kompetenzen an und erlangen ein größeres Bewusstsein als Weltbürger/-innen. Die Freiwilligen verbessern ihre Fremdsprachenkenntnisse. Durch die Begegnung mit anderen Kulturen, Religionen und unterschiedlichen Lebensentwürfen lernen die Freiwilligen, fremde Welten mit offenen Augen zu sehen. Damit qualifizieren sie sich für ein Leben in einer global vernetzten Welt und können so schnellen sozialen Wandel besser bewältigen. Die Freiwilligen bringen eine andere Kultur in das Alltagsleben der Einrichtungen und eröffnen so den Klienten oder Besucherinnen neue Sichtweisen. Freiwillige und Mitarbeiter/-innen der Einsatzstellen gewinnen durch die Zusammenarbeit neues Wissen, das die Einrichtung zukunftsfähiger macht. Akteure aus den Partnerstädten begegnen sich und haben innovative Ideen des bürgerschaftlichen Engagements im Gepäck. Wenn sich Menschen und Städte weltweit verbinden, entsteht eine Völkerverständigung von unten, die ein friedliches Zusammenleben in der Weltgesellschaft fördert.

 

Fakten
Laufzeit: seit 2002
Hauptamtliche Mitarbeit:  Ulla Eberhard, Susanne Freisberg, Kerstin Kau (47 Stunden)
Ehrenamtliche Mitarbeit: 14 Personen
Kosten: 145.400 Euro
Netzwerke & Dachverbände: Zentrale Stelle Internationaler Jugendfrei­willigendienst und Verbund weltoffen im Arbeitskreis Lernen und Helfen in Übersee, Deutsch-israelischer Freiwilligendienst Kom-Mit-Nadev.
Förderer: Stadt Köln, Landesregierung Nordrhein-Westfalen, Bundes­ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Europäische ­Union, Annemarie und ­Helmut Börner-Stiftung, Dr. Baier-Stiftung
Spender/-innen: 137 Personen
Anfragen: 803 Personen
Beratungen: 120 Personen
Vermittlung: 25 Personen

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Freiwilliges Engagement von Firmenteams

 

FREIWILLIGENTAG

 

Projektbeschreibung Die Kölner FreiwilligenTage bieten Mitarbeiter/-innen von Kölner Unternehmen die Möglichkeit, sich an einem Tag gemeinsam für ein gemeinnütziges Projekt zu engagieren. Manager/-innen, Angestellte und Azubis der beteiligten Unternehmen packen dabei aktiv mit an. Sie übernehmen gesellschaftliche Verantwortung und machen in unbekannten Lebens- und Arbeitsbereichen neue Erfahrungen. Für die gemeinnützigen Organisationen bedeuten die FreiwilligenTage nicht nur praktische Hilfe und Unterstützung, sondern sind auch wichtige Impulse, um ihre Einrichtungen noch enger in der Gesellschaft zu verankern.

 

Aktuelles Im Jahr 2015 haben sich 17 Unternehmen mit insgesamt 485 Mitarbeiter/innen engagiert. In 26 gemeinnützigen Einrichtungen wurden 32 Projekte umgesetzt. Im Durchschnitt haben sich dadurch circa 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pro Projekt engagiert und die 17 Unternehmen haben im Durchschnitt 1,9 Projekte durchgeführt. Die teilnehmenden Unternehmen im Jahr 2015 kamen vor allem aus Köln und der Region (Leverkusen, Hürth). Ein Unternehmen aus Wetzlar führte in Köln eine Tagung durch und organisierte in diesem Rahmen ein Grillfest für Seniorinnen und Senioren. Wenn man sich die Zielgruppen der FreiwilligenTage anschaut, dann waren 2015 vor allem Projekte mit Kindern und Jugendlichen sowie mit Flüchtlingen gefragt (je acht Projekte). Knapp gefolgt von schulischen Einrichtungen und Einrichtungen für Seniorinnen und Senioren mit jeweils sieben Projekten. Es wurde ein Projekt mit Menschen mit Behinderung und eins im Umweltschutz durchgeführt. Die Schwerpunkte der FreiwilligenTage lagen bei Ausflügen, Renovierungen, handwerklicher Tätigkeit und Gartenarbeit (insgesamt 26 Projekte). Drei Unternehmen organisierten ein gemeinsames Fest und drei Unternehmen waren bei Mitmachprojekten wie zum Beispiel Backen oder Basteln aktiv. Oberbürgermeister Jürgen Roters war auch 2015 der Schirmherr der Kölner FreiwilligenTage. Er besuchte das städtische Flüchtlingswohnheim in Dellbrück. Das Highlight des Jahres war wieder der Empfang im Rathaus mit Elfi Scho-Antwerpes. Dort berichteten einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firmen von einem außergewöhnlichen Arbeitstag an ungewohnten Orten. Als Anerkennung für den geleisteten FreiwilligenTag erhielten sie ein Design-F aus Holz.

 

Wirkungsweise FreiwilligenTage sind als Teambuilding ein wichtiger Baustein der Personalentwicklung, der gleichzeitig gesellschaftliche Werte vermittelt. Unternehmen erhalten einen neuen Blick auf gesellschaftliche Realitäten und übernehmen soziale Verantwortung. Die gemeinnützigen Einrichtungen beschäftigen sich mit den Unternehmenskulturen und -strategien und erleben Unternehmenskontakte auf Augenhöhe.

 

Fakten
Laufzeit: seit 2003
Hauptamtliche Mitarbeit: Krista Meurer, Monika Meichsner, Anke Werner (ab Juni 2015) (18,5 Stunden)
Ehrenamtliche Mitarbeit: 4 Personen
Kosten:  39.600 Euro
Netzwerke & Dachverbände: UPJ – Netzwerk engagierter Unternehmen und gemeinnütziger Mittlerorganisationen
Anfragen:  55 Unternehmen
Teilnahme: 17 Unternehmen
Vermittlung:  485 Personen in 32 Projekten

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Kontaktbörse für gesellschaftliches Engagement

 

MARKTPLATZ

 

Projektbeschreibung Der Marktplatz "Gute Geschäfte” ist die Kölner Kontaktbörse für gesellschaftliches Engagement. Einmal im Jahr kommen Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen zusammen und können im persönlichen Gespräch Kontakte knüpfen und gemeinsame Vereinbarungen aushandeln. Direkt vor Ort werden konkrete Vereinbarungen abgeschlossen über Unterstützungen, wie das Zur-Verfügung-Stellen von Know-how, praktischer Mithilfe, Sachspenden, Räumlichkeiten und Transportmittel. Der Marktplatz bietet Unternehmen die Möglichkeit eines niedrigschwelligen, weil selbst verhandelbaren und klar begrenzten Engagements. Gemeinnützigen Einrichtungen gibt der Marktplatz die Chance, Aufgaben anzugehen, die bislang nicht umsetzbar waren, weil dafür Ressourcen, Know-how etc. fehlten.

 

Aktuelles 2015 nahmen 37 gemeinnützige Einrichtungen und 24 Unternehmen am Marktplatz teil und trafen 55 Kooperationsvereinbarungen, die einem Gegenwert von rund 109.680 Euro entsprechen. So helfen die Bayer AG und die Covestro Deutschland AG dem Zirkus- und Artistikzentrum bei Malerarbeiten, die Ford-Werke-GmbH unterstützt den Mini Nippes Kinderstadt e.V. mit einem Transportfahrzeug und Wefers Gebäudetechnik spendet Schutzkleidung an den Zipfelmützen e.V..

 

Wirkungsweise Durch den Marktplatz finden Unternehmen und Gemeinnützige als Partner zusammen und realisieren Projekte, die jeder allein nicht stemmen könnte. Durch die Kooperation in Netzwerken und die Begegnung mit gesellschaftlichen Akteuren, die sie sonst nicht treffen, bekommen Unternehmen einen anderen Blick auf gesellschaftliche Realitäten. Gemeinnützige Einrichtungen und Unternehmen beschäftigen sich bei den Kooperationen mit den Organisationskulturen und -strategien der Partner. Das fördert das gegenseitige Verständnis und den Kontakt auf Augenhöhe.

 

Fakten
Laufzeit: seit 2007
Hauptamtliche Mitarbeit: Corinna Goos (bis Mai 2015), Anke Werner (4,5 Stunden)
Kosten: 11.300 Euro
Kooperationspartner: AWB Köln, Bank für Sozialwirtschaft Aktiengesellschaft, Generali Zukunftfonds, Greif & Contzen, Industrie- und Handelskammer zu Köln, KPMG - Wirtschaftsprüfung, Paritätischer Wohlfahrtsverband Kreisgruppe Köln, RWE Power AG, Stadt Köln, Zirkus- und Artistikzentrum, Wirtschaftsjunioren Köln
Förderer: AWB Köln, Bank für Sozialwirtschaft Aktiengesellschaft, Generali Zukunftfonds, Greif & Contzen, Industrie- und Handelskammer zu Köln, KPMG - Wirtschaftsprüfung, RWE Power AG, Stadt Köln
Spender/-innen: 3 Personen/Institutionen
Anfragen: 127 Personen
Beratungen: 44 persönliche Beratungen
Vermittlung: 55 Kooperationen

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Unternehmen als Partner für Engagement

 

ZEIT FÜR NEUES – EHRENAMT

 

Projektbeschreibung Der demografische Wandel fordert uns alle. Mit Zeit für Neues reagieren wir darauf, indem wir Unternehmen informieren, wie sie einen Beitrag zur Lösung sozialer Fragen leisten können. Zeit für Neues zeigt, wie bürgerschaftliches Engagement als Teil einer ganzheitlichen Personalentwicklung von Unternehmen genutzt werden kann. Bei Veranstaltungen in Unternehmen informieren wir über die Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements. Interessierten Mitarbeiter/-innen werden Vor-Ort-Besuche in gemeinnützigen Einrichtungen und eine individuelle Engagement-Beratung angeboten.

 

Aktuelles Der Westdeutsche Rundfunk (WDR Aktiv) hat Zeit für Neues fest in seinem Weiterbildungsrepertoire verankert und führte auch 2015 eine Veranstaltung durch. Gemeinsam mit der Polizei und der Stadt Köln gestaltete Zeit für Neues den Workshop „Wer nach vorne schaut, bleibt länger jung“. In den Veranstaltungen im Amt für Wirtschaftsförderung Bonn, in dem Unternehmen Flint Group Germany, bei der Generali Deutschland Gruppe und im Landgericht Köln wurden mehr als 110 Mitarbeiter/-innen über Engagement informiert. Durch die Beteiligung bei Veranstaltungen wie zum Beispiel dem Barcamp „Älter – Bunter – Kölner“ und dem Tag der älteren Generation konnten Kontakte geknüpft und viele Menschen erreicht werden. Die Kölner Freiwilligen Agentur arbeitete mit in der AG Unternehmensengagement, die im Kölner Netzwerk Bürgerengagement angesiedelt ist, und unterstützte die Aktivitäten der AG. Dazu gehörte die Veröffentlichung der Broschüre „Nicht Irgendwann – schon Morgen“. Grundlage war eine Online-Befragung von mehr als 150 Kölner Unternehmen über den Zusammenhang von demografischem Wandel, Engagement und Personalentwicklung in Unternehmen. Im März besuchten mehr als 80 Unternehmensvertreter/-innen den Workshop „Nicht irgendwann-jetzt!“, um Inspirationen zur lebensphasenorientierten Personalentwicklung zu erhalten. Zurückblickend auf mehr als drei Jahre erfolgreiche Veranstaltungen beschloss die AG im April eine Neuausrichtung ihres Handelns. Die Zukunft wird voraussichtlich der Vernetzung von sozialen und wirtschaftlichen Akteuren im Quartier gehören.

 

Wirkungsweise Zeit für Neues ermöglicht Unternehmen und ihren Mitarbeiter/-innen einen niedrigschwelligen Zugang zu Engagement. Unternehmen lernen, dass das Engagement ihrer Mitarbeiter/-innen die Attraktivität des Unternehmens erhöht und gleichzeitig einen wertvollen Beitrag für das Gemeinwesen leistet. Eine erhoffte Wirkung ist, dass Unternehmen sich durch die Plattformen, die initiiert werden, vernetzen und das gemeinnützige Unternehmensengagement weiter publik machen.

 

Fakten
Laufzeit: seit 2011
Hauptamtliche Mitarbeit: Susanne Freisberg, Ulla Eberhard (13 Stunden)
Ehrenamtliche Mitarbeit: 2 Personen
Kosten: 22.500 Euro
Kooperationspartner: Caritasverband für die Stadt Köln, Centrum zur nachberuflichen Orientierung, Generali Zukunftsfonds, Industrie und Handelskammer zu Köln, Kölner Freiwilligen Agentur, Kölner Netzwerk Bürgerschaftliches Engagement, Stadt KölnFörderer: Stadt Köln, Dr. Franz Stüsser-Stiftung
Förderer: Generali Zukunftsfonds
Kontakt: 51 Unternehmen
Beratungen: 15 Unternehmen
Informationsveranstaltungen: 110 Besucher/-innen (E-Mail, Internet, Telefon)

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Beratung von Kulturbetrieben durch Fachleute

 

KÖLNER KULTURPATEN

 

Projektbeschreibung Eine lebendige kommunale Kulturszene hat einen unschätzbaren Wert – nicht zuletzt für Unternehmen. Diese Vielfalt wird gerade von freien und kleinen Kultureinrichtungen gewährleistet, deren Existenz jedoch häufig gefährdet ist. Oftmals werden dringend betriebswirtschaftliche, juristische oder marketingbezogene Fähigkeiten benötigt. Zunehmend ist handwerkliches Know-how im Bereich Elektronik, Statik oder Technik gefragt. KulturPaten vermittelt Fachleute aus Unternehmen in Kultureinrichtungen. So wird Fachwissen für die wirtschaftliche und organisatorische Unterstützung der Kultur nutzbar gemacht. Der Kölner KulturPaten e.V. ist eine gemeinsame Initiative der Stadt Köln, der Industrie- und Handelskammer zu Köln und der Kölner Freiwilligen Agentur. Die Geschäftsführung des gemeinnützigen Vereins liegt bei der Stadt Köln.

 

Aktuelles Kölner Unternehmer/-innen und Freiberufler/-innen unterstützten Künstler/-innen und Kulturschaffende bei der Buchhaltung, im IT-Bereich und in der Akquise, im Bereich Handwerk und Mobilität. Sie engagierten sich in den Bereichen Organisationsberatung, Coaching, juristische Beratung und Elektrotechnik ebenso wie im Marketing und in der Pressearbeit. Sie relaunchten ehrenamtlich Webseiten, fotografierten pro bono für Kunst- und Kulturprojekte, bauten Installationen am Rheinauhafen auf (und auch wieder ab). Sie verliehen kostenfrei Fahrzeuge und stellten Equipment für Licht- und Tontechnik für Filmaufnahmen zur Verfügung, nähten Kostüme oder stellten Techniker ihres Unternehmens  zur Verfügung. Sie halfen tatkräftig bei der Durchführung von Veranstaltungen, moderierten und stellten kostenfrei Catering und Veranstaltungsräume zur Verfügung.

Experten aus den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Crowdfunding, Fundraising und Kunstrecht führten vier kostenlose Workshops für insgesamt 60 Teilnehmer/-innen durch. Zur 5. KulturPaten-Werkstatt in der Küche des Cateringunternehmens Kunz-Mahl kamen im Mai 2015 mehr als 40 Teilnehmer-/innen. Bis Ende 2015 sind daraus sieben neue KulturPatenschaften entstanden. Die Veranstaltung wurde von der Ford Werke GmbH und Kunz-Mahl gesponsert. Seit Jahresbeginn bietet der Kölner KulturPaten e.V. in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Schneider und Steuerberater Michael Bollinger einmal im Monat eine Unternehmensberatung für Kulturschaffende an. Nach vorheriger Anmeldung können sich jeweils drei Teilnehmer/-innen in 60 minütigen Einzelsprechstunden zu Rechts-, Organisations- und Strategie-Fragen beraten lassen. Von dem Angebot haben 2015 insgesamt 19 Künstler/innen und Kulturschaffende Gebrauch gemacht. Im März 2015 ging die neue Website der Kölner KulturPaten online. Die Agentur nexum AG hat die Seite inklusive des Newsletters im Rahmen einer Kulturpatenschaft relauncht. Die Beiträge, die auf Gesuche, neue Patenschaften, Veranstaltungen oder Presseartikel hinweisen, können multimedial aufbereitet werden. Seit dem Relaunch haben sich die Zugriffszahlen nahezu verdoppelt.

 

Wirkungsweise Mitarbeiter/-innen aus Unternehmen setzen ihre Kompetenz und Kreativität für lokale Kulturprojekte ein und erweitern mit diesem Blick „hinter die Kulissen“ ihr Erfahrungsspektrum. Als KulturPate lernen sie, ihr Fachwissen in einem innovativen Umfeld umzusetzen und flexibel auf aktuelle Herausforderungen zu reagieren. Die neuen Erfahrungen sind attraktiv und inspirierend und wirken sich positiv auf den Arbeitsalltag aus. Unternehmen finden in Kulturpatenschaften ein innovatives Element der Personalentwicklung. Das Unternehmen erfährt einen Imagegewinn durch bessere Beziehungen zum lokalen Umfeld, zur aktiven Bürgerschaft und zu Multiplikatoren und Meinungsführern. Kulturelle Einrichtungen bewältigen durch die Nutzung der unternehmerischen Kompetenz schwierige Situationen und sichern sich langfristig guten Rat. Die aktive Unterstützung wirkt nachhaltiger als eine einmalige Geldspende und kann zu einer für beide Seiten gewinnbringenden, fruchtbaren Partnerschaft führen.

 

Fakten
Laufzeit: seit 2002
Hauptamtliche Mitarbeit: Claudia Bleier (14 Stunden)
Ehrenamtliche Mitarbeit: 3 Personen
Kosten: ca. 22.000 Euro
Kooperationspartner: Stadt Köln, Industrie- und Handelskammer zu Köln
Förderer: Ford Werke, Industrie- und Handelskammer zu Köln, Stadt Köln
Vermittlung: 49 KulturPatenschaften

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GUTE SACHE

 

AUSTAUSCH UND QUALIFIZIERUNG

 

GUTE SACHE Die GUTE SACHE ist ein Angebot für gemeinnützige Vereine und Einrichtungen, die eine verstärkte Kooperation mit Unternehmen suchen und sich dafür wirkungsvoll qualifizieren wollen. Jeweils acht gemeinnützige Organisationen aus Köln und Umgebung nahmen am Qualifizierungsprogramm teil, das etwa sieben Monate dauert und drei Seminare, zwei Workshops und ein Praxisprojekt umfasst. Die Teilnehmer/-innen des zweiten Durchgangs präsentierten ihre Konzepte für die Gewinnung von Unternehmen bei der Abschlussveranstaltung im Juni 2015. Einige Organisationen hatten bereits Kontakt zu Unternehmen aufgenommen und erste Verabredungen getroffen. Gute Sache ist eine Initiative der Bertelsmann Stiftung, der Unternehmen Generali, KPMG, RWE und dem gemeinnützigen Corporate Citizenship- und CSR-Netzwerk UPJ. Die Gute Sache wurde in NRW gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und wurde darüber hinaus in Köln von RWE, dem Kölner Netzwerk Bür-gerengagement, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW und dem Generali Zukunftsfonds unterstützt.

 

Corporate Citizenship Club Zusammen mit VIS a VIS Beratung-Konzepte-Projekte lädt die Kölner Freiwilligen Agentur regelmäßig Unternehmen zum Austausch über das gemeinnützige Unternehmensengagement ein. Im Juni war der Club eingeladen bei der Boston Consulting Group in Köln, wo über das Thema Social Business diskutiert wurde. Im August war der Club zu Gast bei der Henkel AG & Co. KGaA in Düsseldorf. Präsentiert wurde der Abschlussbericht „Cause-Related Marketing or Social Branding Engagement“ des CEMS Business Projekt 2015 der Universität zu Köln, an dem Henkel als Kooperationspartner mitgewirkt hatte.